Architektur

Von dem allerersten Kirchenbau aus der Karolingerzeit um die Jahrtausendwende ist nichts bekannt.
Teile des jetzigen im Basilikastil errichteten Baus stammen aus dem Beginn des 13. Jhds. Die ehemalige Altarwand (in der heutigen Sakristei) weist noch ein kleines, zweiteilig- spitzbogiges Fenster aus dem 13.Jhd. mit einfach abgefasstem Mittelpfosten auf.
Urkunden nach soll im Schlußstein das (heute nicht mehr auffindbare) Wappen der Abtei Prüm zu sehen gewesen sein, die damals bedeutsamen Einfluß in der Christianisierung und auf die Kirchenbaukunst des Eifelraumes hatte. Die frühgotische Kirche, die in ihrem äußerem Aufbau als malerische und typische Eifelkirche mit romanischen Ausdrucksformen charakterisiert wird, war bis Mitte des letzten Jahrhunderts zweischiffig mit gerade geschlossenem niedrigen Chorhaus, das mit seinem schlichten Satteldach vor dem Ostgiebel des Schiffes angebaut ist.
Anfang des 16. Jahrhunderts wurde an die Nordseite des heutigen Mittelschiffes ein Querschiff angebaut, das sogenannte „Nerother Schiff“, benannt nach dem einstigen Filialort Neroth. Dieses Querschiff ohne Chor wurde wegen Baufälligkeit 1820 abgerissen und die Scheidbögen zum Hauptschiff vermauert. Lediglich die einstige Altarwand mit dem vorderen dritten Joch blieb bestehen, etwas umgebaut und wird seither als Sakristei genutzt. Dieser Rest ist schmucklos, bauhistorisch unergiebig und mit Pultdach an das 1819 Hauptschiff angelehnt, wobei der Rundbogen bis zum belassen der Sakristeitür zugemauert wurde.

Der ungegliederte, 24 m hohe Turm überragt mit seinen drei niedrigen Geschossen das Schiff nur wenig. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde er etwas erhöht, um die neuen Glocken aufzunehmen. Der alte Turmhelm wurde um 1850 durch den jetzigen mit barock geschweiftem Zeltdach und kleiner Laterne als Abschluß ersetzt. Durch die später notwendig gewordene Sicherung durch mächtige Strebepfeilervorlagen mit bis zu 4 Meter Dicke auf der Nordwest- und Südostecke wirkt er etwas klobig und wuchtig.
Von den Schallfenstern sind zwei schmal spitzbogig, zwei gekuppelt rundbogig mit kapitelloser Mittelstütze. Die rippenlos, kreuzgewölbte Turmhalle ist rundbogig geöffnet und zeigt dieselben Gesimsprofile wie die viereckigen Stützen, die die drei rundbogigen Öffnungen des Seitenschiffs aufnehmen.
Der Eingang befand sich stets auf der Südseite neben dem Turm. Der ganze Bau ist grob gemauert und schlicht geputzt. Das Hauptschiff ist 6,80m breit und 11,40m lang, der Chor mit den Wandnischen 4,90m breit und etwa 4,40m tief Das Seitenschiff war 3,45m im Lichten breit. Anfangs des 16. Jahrhunderts löste ein reiches gotisches Netzgewölbe die ehemals flache Holzdecke des Kirchenschiffs ab. Zur gleichen Zeit wurde ebenfalls die achteckige Mittelsäule mit rundem kanneliertem Fuß als zentraler Mittelpunkt eingebaut, so daß dadurch der Eindruck eines zweischiffigen Raumes entstand.
In dieser Form stellt diese „Einsäulenkirche“ eine seltene Besonderheit in der Eifeler Kirchenbaukunst dar. Dabei ist dieser Mittelsäule durchaus eine tiefe Symbolik zuzusprechen. So wie das Gotteshaus der Mittelpunkt einer Gemeinde und Christus der Mittelpunkt unseres Lebens ist, so bildet die Säule die zentrale Mitte der Kirche.
Ohne Christus keine Halt, ohne Säule bricht der Bau zusammen. Ihr kanellierter Fuß ist rund, bildet eine geschlossene Einheit. Aus dem Fuß der Säule erwächst nach oben strebend die achteckige Säule. Unter der Kirchendecke „platzt“ die Säule auf und verteilt sich netzartig durchs gesamte Kirchenschiff, die Decke tragend und untereinander fest verwoben, so wie die Lehre Christi sich in alle Welt verteilt und einem jeden, der aufs sein Erlösungswerk hofft, glaubt und vertraut, festen Halt und Miteinanderverbundensein gewährt.

Der Schlußstein auf dieser Säule bietet Anhaltspunkte für die Datierung dieses Umbaus. Er zeigt ein Bildnis der Kaiserin Helena mit dem hl. Rock in den Händen und auf der Mittelsäule ein stilisiertes Sandsteingesicht mit darunter befindlichem Wappen mit Hufeisen, Hammer und Zange. Es ist dies des Burgkellners Johann Alfnelen von Daun, der 1533 erwähnt  wird. Wahrscheinlich hat er mit  größeren Stiftungsbeiträgen zur  Renovierung und zum Umbau der  Kirche beigetragen. Während seiner  Zeit fanden Ausstellungen des hl.  Rockes statt (1524, 1531 und 1538).  Die übrigen Schlußsteine zeigen  biblische Symbole, meist aus der  Leidensgeschichte.

Der Chor weist noch ein Kreuzgewölbe des 13. Jahrhunderts auf, dessen reiche Birnstabrippen auf Säulen mit Kelchkapitellen und Konsolen ähnlicher Art ruhen. Der breite vollrunde Triumphbogen jedoch nur über einer einfachen Profilschräge.
1725 wurde an der Kirche eine oberflächliche Reparatur vorgenommen, die aber nicht den durch den Dreißigjährigen Krieg eingeleiteten Verfall aufhalten konnte. Eine Generation später ist in einem Visitationsprotokoll (1788) zu lesen:
„Sie besteht aus einem kleinen Schiff und einem kleinen unförmigen Anbau (Sakristei) und kleinem Chor, ist für die weitwendige Pfarrei viel zu klein und kann sich niemand ohne Lebensgefahr im Chor wegen drohenden Einsturzes aufhalten; das kleine Schiff ist dauerhaft; der Anbau nimmt keine Reparation an, weil er ganz im Grunde wie ein Keller liegt, und ist der ganze Bau so bestellt, daß es ein Greuel ist anzusehen und man stündlich zu fürchten hat, die Gottesdienste möchten von kölnischgeistlicher Obrigkeit untersagt werden, mithin einen neuen Bau erheischt.“

Der aus Pützborn stammende Pastor Eyden, Pfarrer und zugleich letzter Dechant der Eifelchristianität in Neunkirchen, erbat sich 1780 und 1792 Hilfe vom Trierer Erzbischof und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus für die Kirchenrenovierung. Sie wurde ihm nicht gegeben.
Die Steinborner Kirche blieb ruinös. Gottesdienst wurde in ihr nicht mehr abgehalten:

1794 fielen revoltierende französische Truppen in die Eifel ein und veränderten weltliche und geistliche Herrschaften. Nach Ende der napoleonischen Besatzungszeit fanden größere Renovierungen statt. Dabei wurden die Fenster auf der Südseite vergrößert, zwei schlanke, rundgeschlossene Fenster in der Ostwand angelegt, der Turm innen und außen durch mächtige und klobig wirkende Strebepfeiler gestützt und die Eingangstür verbreitert. Ab 1820 konnten wieder Gottesdienste in ihr gefeiert werden. Eine weitere gründliche Instandsetzung fand im Jahre 1899 statt.
Mittelpunkt der Kirche ist der aus Eichenholz gefertigte und 1900 angeschaffte neugotische Hochaltar; rechts und links findet man Szenen aus dem Leben des Heiligen.

Altarraum St.Lambertus, Steinborn

Der Hochaltar ist etwas überdimensioniert in dem baulich ausdrucksvoll gestalteten Chorraum und er unterbricht den harmonischen Lauf der Bögen und Rippen und läßt das Morgenlicht nur unzureichend durch die beiden Chorfenster in die geostete Kirche fluten.
Die nach dem Ersten Weltkrieg angeschafften Seitenaltäre im neugotischen Stil fügen sich harmonisch in die Gesamtkomposition des Altarraumes ein.
Der rechte Seitenaltar zeigt ein auf Holz gemaltes ÖIbild die 12. Station des Kreuzweges, während auf dem linker Seitenaltar ein betrachtenswertes Holzrelief die 13. Station des Kreuzweges darstellt.
Beide Seitenaltäre stehen auf marmor verkleideten Mensen, die 1936 von dem aus Steinborn stammenden Monsignore Hennen gestiftet wurden.

In der Mitte des Unterbaus auf dem linken Seitenaltar befindet sich ein schön gearbeitetes hölzernes barockes Antipendium aus dem 18. Jahrhundert.
Es war der-einst in der Sakristei ange-bracht. Das Relief (ohne Umrahmung, 115cm breit x 62cm hoch) zeigt die Geißelung Christi.

Die übrigen elf Stationen des Kreuzweges wurden 1923 beschafft. Sie sind künstlerisch ausgeführte Holzreliefs in einem Stück. Der Kreuzweg wurde seinerzeit als Denkmal für die Kriegsgefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Eine Marmorplatte mit den Namen der Gefallenen war an der Wand unter dem Kreuzweg angebracht.
Im Chor steht ein Vortragekreuz aus Messing von 1840 (restauriert 1979), ausgeführt in einem für diese Zeit ungewöhnlichem Rokokostil. In der linken Wand des Chores ist ein kleiner Sakramentsschrein aus neugotischer Zeit auf dreiseitig vortretenden Pilastersäulchen eingemauert, die rechteckige Öffnung bekrönt durch Kielbogen und Wimpergen.
Jahrhundertelang befand sich neben der Eingangstür in die Wand eingemauert ein korinthisches Kapitell aus römischer Zeit aus weißem Marmor, das in umgestülpter Form als Weihwasserbecken benutzt worden war. Im Zuge der letzten grundlegenden Restaurierung wurde es herausgebrochen und als Weihwasserbecken vor der Mittelsäule neu aufgestellt. Die fein gearbeiteten Akanthusblätter sind derart stark bestoßen, daß das Kapitell eine fast zylindrische Form hat.

1980 bis 1982 fand die letzte grundlegende Restaurierung der Kirche statt. Beim Abschlagen des Putzes fanden sich Reste der originalen Bemalung, ein ockerfarbiger Anstrich mit roter Quadrierung, einem ornamentalem Friesband in Sockelhöhe und in den Gewölbezwickeln rote und grün-graue Farbreste, möglicherweise von einer mittelalterlichen Rankenbemalung. Die bisher sandfarben gestrichenen Rippen sowie der Triumphbogen erhielten durch die Restauratorin Gisela Schreyögg, Leutesdorf, einen Neuanstrich in gotisch-rot mit Fugenstrich; die Wände ein gebrochenes Weiß. Dabei wurde die bereits 1954/55 vorgenommene Ausmalung (Ranken in den Gewölbezwickeln über der Mittelstütze im Schiff; Bemalung der Schlußsteine im Schiff; Ranken in der Laibung des Triumphbogens) erhalten und restauriert.
Gleichzeitig wurden das gesamte Mauerwerk trockengelegt und neu verputzt, eine Heizung eingebaut, die Fenster durch Fa. Kaschenbach, Trier, und die Eingangstür durch Fa. Schüller, Waldkönigen, erneuert sowie die Bilder und Figuren restauriert.
1983 wurden aus der ehemaligen Kommunionbank ein neuer Zelebrationsaltar geschaffen sowie eine Pfeifenorgel mit vier Registem angekauft, die auf der 1725 geschaffenen und 1900 erneuerten Empore Aufstellung gefunden hat. Diese eigenwillige und erhaltenswerte Empore mit der Brettersteige, bei deren Zugang sich heutige Menschen bücken müssen, zeugt in ihrer alten Holzkonstruktion vom können Eifeler Zimmerleute.

Bei Aufräumarbeiten fand sich ein Kreuz des 19. Jahrhunderts, das aus Spendengeldem von der Steinborner Feuerwehr restauriert wurde und unter dem Triumpfbogen einen würdigen Platz erhielt.